Als ab 1935 auf Gesauer Flur am Hofeweg und an der Brandheide eine Großsiedlung errichtet wurde, erhöhte sich der Wasserbedarf beträchtlich. Aus diesem Anlass wurde an günstiger Stelle ein Wasserturm errichtet.
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Das Richtfest dazu wurde am 28. August 1935 begangen. Es entstand ein zweckmäßiger und schlichter Bau. Lediglich die Gestaltung der Dachkonstruktion ging aber über die Zweckmäßigkeit hinaus. Häufig wird aus diesem Grund der Turm von Betrachtern aus der Ferne als ein Kirchturm angesehen. Heute wird der Turm für Ausstellungen sowie als Aussichtsturm genutzt. Der Entwurf sah schon eine solche Verwendung als Aussichtsturm vor. Dazu konnte er aber lange kaum genutzt werden, da der Zugang zu den vier Balkonen auf der Aussichtsetage durch den Wasserbehälter, der einen Innendurchmesser von 5,40 m und eine Höhe von 5,70 m hatte, stark eingeengt war. Das Fassungsvermögen betrug über 120 Kubikmetern.
Diese Anlage tat über 70 Jahre ihren Dienst. Als sich der Wasserbedarf allgemein und besonders durch den Bau der Wohnanlage „Am Südhang“ erhöht hatte, wurde im Jahr 2000 der Turmbehälter durch eine moderne Druckerhöhungsanlage ersetzt. Diese befindet sich zusammen mit dem zugehörigen Bassin etwa 80 m vom Turm entfernt. |
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Der Regionale Zweckverband gab nun das Gebäude an die Stadt Glauchau zurück. Der Druckbehälter wurde zurückgebaut. Dadurch war die fast 6 m hohe obere Etage zur bequemen Nutzung frei. Bewusst wurde dort ein Segment des Behälters belassen, um dem Besucher eine Vorstellung der früheren Ausmaße zu geben. Der am 10. Mai 2001 gegründete „Bürgerverein für Gesau, Höckendorf und Schönbörnchen e.V.“ übernahm das unter Denkmalschutz stehende Objekt von der Stadt Glauchau in seine Obhut. Das wurde durch einen Nutzungsvertrag im März 2002 besiegelt.
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Seither wird der Turm mindestens zweimal im Jahr zur allgemeinen Besichtigung freigegeben. Schon das Panorama der Stadt Glauchau lohnt den Aufstieg über 81 Stufen in eine Höhe von etwa 15 m über Straßenniveau am Hofeweg (291 m). Weiter als hinüber zum etwas höher gelegenen Bismarckturm geht der Blick aufwärts im Muldental bis Zwickau. Nicht immer ist die Sicht bis ins Erzgebirge gegeben. Oft erkennt man aber den Auersberg und den Fichtelberg in der Ferne. Nach anderen Seiten schweift das Auge zur Autobahn und nach Meerane. Die Öffnung am 2. Pfingstfeiertag, dem traditionellen Familienwandertag, bietet die Möglichkeit, die Landschaft des Spätfrühlings oder Frühsommers zu betrachten. Der Besichtigungstermin am 1.Adventssonntag lässt die Landschaft als weihnachtliches Lichtermeer erstrahlen, und gibt ihr besonderen Glanz. Auch der Wasserturm trägt dazu bei. Nach dem Fest zum 1. Advent leuchten vier über 2 m große Sterne mit ihren jeweils 30 Lampen weit ins Land. An diesem Tag gehören Blasmusik und Chorgesang im Turm zur Tradition. Auf einer Etage stellen Bürger aus der Ortschaft ihre volkskünstlerischen Arbeiten aus, die meist Bezug zur Weihnachtszeit haben. Dass auf den übrigen Etagen Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen, gehört ebenso zur Tradition. |
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Spenden hatten es ermöglicht, dass der Verein bessere Voraussetzungen zum Gestalten von Ausstellungen schaffen konnte. Verbesserungen zur Gewährleistung der Sicherheit, neue Farbanstriche und die normalen Pflegearbeiten gehörten zu den Arbeiten, die ehrenamtlich von den Vereinsmitgliedern getragen wurden. Gelegentlich wird der Turm im Rahmen des Unterrichts der Grundschule genutzt. Für andere Interessenten ist eine Öffnung nach Anfrage möglich. Dazu würde ein Beitrag von mindestens 5 Euro erwartet. Zu den Regelöffnungszeiten ist der Eintritt frei. Kinder unter 10 Jahren dürfen die Balkone nur unter Aufsicht von für sie verantwortlichen Personen betreten. |
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